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Chinesische Automarken in der Schweiz: Hype, Realität und was sich in 18 Monaten verändert hat

Im November 2024 haben wir uns mit dem Aufstieg chinesischer Automarken in Europa beschäftigt. Damals war die Einschätzung klar: chinesische Hersteller profitieren von der Dynamik im Bereich Elektromobilität und nutzen Lücken, die etablierte Marken nur teilweise geschlossen haben. Gleichzeitig wurden Qualität, Langlebigkeit und vor allem Markenvertrauen als zentrale Hürden identifiziert. Anderthalb Jahr später lohnt sich eine neue Einordnung.

Nach zwei eher zurückhaltenden Jahren hat sich der Markt wieder belebt. Im Vergleich zum März 2025 wurden im März 2026 7% mehr Neuwagen immatrikuliert. Das ist ein positives Signal für die gesamte Branche und zeigt, dass Nachfrage wieder vorhanden ist.

Auffällig ist dabei die Entwicklung bei alternativen Antrieben. Insgesamt stieg ihr Anteil von 69,3% auf 72,2% aller Neuzulassungen. Gleichzeitig zeigt sich aber eine Verschiebung innerhalb dieses Segments. Reine Elektroautos gingen von 22,8% auf 21,5% leicht zurück. Hybridfahrzeuge ohne externe Lademöglichkeit, also Mild- und Full-Hybride, legten dagegen von 35,3% auf 38,6% zu.

Diese Entwicklung zeigt, dass der Markt zwar weiter elektrifiziert. Konsumenten suchen offenbar nach Lösungen zwischen klassischem Verbrenner und vollelektrischem Fahrzeug. Reichweite, Ladeinfrastruktur und Kosten bleiben Themen. Für chinesische Marken bedeutet das: Der Fokus auf reine E-Autos bleibt wichtig, reicht allein aber nicht aus. Wer wachsen will, muss sich breiter aufstellen und auch Hybridstrategien ernst nehmen.

Chinesische Marken: vom Herausforderer zum ernsthaften Wettbewerber

Für chinesische Hersteller bleibt Europa trotzdem ein Markt mit Potenzial. Gerade in preislich attraktiven Segmenten und bei technologisch gut ausgestatteten Modellen bleiben sie sichtbar. Besonders BYD hat diese Position in den letzten Monaten weiter ausgebaut. Die Marke konnte in Europa stark wachsen und legte im Jahresvergleich deutlich zu. Mit dem Seal U ist zudem ein Modell in den Top 15 der in der Schweiz meistverkauften Steckerfahrzeuge vertreten, ein wichtiges Signal für Marktakzeptanz. Der Trend zeigt: chinesische Anbieter werden nicht mehr nur als Herausforderer wahrgenommen, sondern zunehmend als ernsthafte Wettbewerber.

Ein Markt im Wandel, neue Chancen entstehen

Die Chancen für chinesische Automarken in der Schweiz sind weiterhin vorhanden, aber das Marktumfeld ist komplexer geworden. Der reine Elektro-Boom entwickelt sich langsamer als erwartet, während Hybridlösungen gewinnen. BYD hat den Markteintritt geschafft, auch andere chinesische Marken wie Leap und JAC sind relevant im Aufbau. Der Druck steigt weiter für die europäischen Hersteller.

Für Unternehmen ist diese Entwicklung relevant. Wer Marktbewegungen früh erkennt, kann Chancen besser nutzen und Risiken besser einordnen. Genau dabei unterstützen wir unsere Kunden: mit Marktbeobachtung, strategischer Einordnung und konkreten Perspektiven für ein Umfeld, das sich schneller verändert denn je.