«Das HR macht meine Frau»

Das Thema Personal oder neudeutsch «Human Resources», kurz «HR» wird oftmals stiefmütterlich behandelt. Aber braucht es wirklich mehr als eine Lohnzahlung am Ende des Monats? Wir haben mit unserer Expertin Nicole Pfaller über Sinn und Unsinn eines stärkeren Mitarbeiter-Fokus gesprochen. Nicole ist seit zwei Jahren bei cdg Beratungen, kommt aus einer Unternehmerfamilie und ist rund 20 Jahre im Bereich Personal tätig.

Nicole, Du hast die letzten Jahre gesehen, was rund um das Thema Personal passiert. Was ist heute anders als vor 20 Jahren?

Mitarbeitende, gerade leistungsstarke und jüngere Personen, wollen heute stärker mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Einige von ihnen können das, andere überschätzen sich dabei. Wichtig ist, dass man Wachstumschancen bietet, aber auch klar Leistung dafür verlangt. Dabei ist es zentral, das Selbst- und Fremdbild des Mitarbeitenden in Einklang zu bringen. Das braucht Zeit und Energie. Vor 20 Jahren waren Karrieren noch statischer und man konnte gute Resultate mit weniger Aufwand erreichen.

 

Braucht ein KMU mit 10-30 Mitarbeitenden jemanden, der sich um die Mitarbeitenden kümmert?

Das kommt sehr auf das Unternehmen an. Dass aber «Darum kümmert sich meine Frau» neben Haushalt und Kindern nicht mehr funktioniert ist klar. Konkret muss eine Führungsperson sich heute aktiv damit auseinandersetzen wie die Personalstruktur im Unternehmen funktionieren soll. Es gilt aktiv zu kommunizieren und nicht einfach monatlich den Lohnausweis auszustellen. Dabei geht es weniger um Stellenprozente, als um den richtigen Umgang, regelmässige Gespräche und Führungskonsequenz.

 

Bei so viel «Fokus» auf den Mitarbeitenden, wann hat man noch Zeit, um zu arbeiten?

Ein grosses Missverständnis, gerade bei KMU’s ist, dass HR genauso wie IT etwas «Zusätzliches», vom Arbeiten Abgekoppeltes ist. Das stimmt so aber nicht. Genauso wie uns IT-Tools ganz viele Möglichkeiten geben, so tun das HR-Tools auch. Heisst: Führt man alle sechs Monate ein Personalgespräch, kann man Mitarbeitenden auch klar sagen, was erwartet wird. Oder man findet heraus, wo Wissenslücken bestehen. Gleiches gilt für Coachings- oder Personalentwicklungsprogramme.

 

Noch zu einem heissen Thema, der Rekrutierung: Gute Leute sind rar, wie muss man heute rekrutieren?

Der Arbeitsmarkt wird anspruchsvoller. Leistungsbereite Menschen fordern immer mehr und gleichzeitig gibt es viele, eher unterqualifizierte Personen. Heisst: Gut qualifizierte Mitarbeitende zu finden wird zusehends schwierig. Deshalb empfehle ich:

  • Viel Wert auf den Inhalt des Stelleninserats legen und dahingehend ausgestalten, dass der Mehrwert für den Bewerber klar wird
  • Rasch in Interaktion treten und Bewerbungen nicht stapelweise sammeln
  • Aktiv auf Leute zugehen
  • Neue Kanäle wie Facebook-Anzeigen, LinkedIn oder Plattformen wie yooture.com nutzen

 

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